Mein Berlinbesuch nähert sich seinem Ende, ostersonntags und es scheint die Sonne hell im Hinterhof. Ich kam her, über Heidelberg, Ravensburg und Konstanz, allesamt samtene und wunderbare Veranstaltungen.
Berlin empfing mich mit offenen Armen, aus irgendeinem Grund fand ich jeden Weg aufs erste Mal, und Berliner sind nett und helfen immer mit Wegbeschreibungen, zumindest hier in Neukölln, dem neuen Eldorada der Gentrifizierung – noch ist es aber erträglich und skandinavische Mamis begegnen einem nur halb-oft.
Lido-Slam und Potshow supervoll und die Leute supergeil, gerade so als wäre die letzte gute Pointe 20 Jahre her. Die Tage hier Quartiererkundung, und unter uns, im Sahara vom Hermann anfangs auf der Weserstraße gibt es Falafel und Halumi und Kram, der so gut schmeckt, der so unglaublich gut schmeckt, gemacht von so unendlichen coolen Typen, daß ich hingehe, selbst, wenn der Hunger noch weit ist.
Und gestern begegneten mir 2 Großstadtwunder an einem Tag! Für mich als Marburger ist das fast schon zu viel Guten. Das erste nach dem Schnellschachturnier in der S-Bahn, treffe ich den Internationalen Meister Rene Stern, die Nr. 2 von König Tegel. Netter Mann, wenn ich das so mal sagen darf, und für alle, die das Ganze schachlich schwer einzuordnen wissen, ich kannte bisher nur die Partien des Mannes und zack! in Berlin sitz ich ihm gegenüber! Das Zweite Großstadtwunder passierte im Äh!, so eine Absackkneipe mit äußerst gepflegtem Kicker Ecke Weser/Fuldaer oder so. Stehen da zwei attraktive Frauen am Kicker, die Sachen mit dem Ball anstellen, die Mann von Mann in Marburg so noch nicht gesehen hat. Die zwei waren eindeutig die Kickerprinzessinnen von Groß-Berlin!
Sonntags im Maxim Gorki dem Theaternachwuchs beim Spielen zugesehen. Moritz Kemal Kienemann brillierte erwartungsgemäß im komplett selbstgemachten Stück “K”. Die Nacht verbracht auf Straßen, im BurgerMeister, Taxen und wasweißichnichtwo. Berlin ist einfach zu groß.
Abschied fällt so schwer, aber Münster erwartet mich mit seinen Nordstern-Hähnchen und der Hunger nach Slams läßt mich wohlgemut in volle Züge springen!
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